… bevor es ernst wird.

„Eine Woche Reiterhof und willkommen im letzten Jahr“
   
Egal wie lange man in einer Wohngruppe war oder ist, man weiß, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem das Leben dort endet und man auf eigenen Beinen stehen muss. Für Manuel ist das letzte dreiviertel Jahr angebrochen und es ist Zeit, sich noch einmal Zeit zu nehmen.
Total überrascht, wie er zu der Ehre kommt, bricht Manuel seine 7-tägige Reise durch eine ungewohnte Menge Kultur und Natur an. Auch in einer Kulturstadt wie Leipzig kann einem Kultur doch manchmal fremd sein, wenn die angeblich wichtigeren Sachen mehr Raum einnehmen als einem lieb ist. Freunde, Familie, Ausbildung, eigene Wohnung, eigenes Leben und alle wollen Aufmerksamkeit. Haufig bleibt dann nicht mehr viel Energie übrig, um sich auf die formell unwichtigen aber schönen Dingen des Lebens zu konzentrieren.
So war es auch eine besondere Herausforderung, das reale Leben mal draußen zu lassen und sieben Tage nur Urlaub zu machen, Neues kennen lernen und einfach mal an sich selbst zu denken. Der größte Feind der Ruhe ist in unserer Zeit vermutlich das Mobiltelefon und die stete Erreichbarkeit für die lieben Daheimgebliebenen.
Der Gegenpol war das Ziel dieses Urlaubs. Ein umfangreiches Programm um und im Reiterhof Seelitz schafften es dennoch, Akzente zu setzen und die Alltagsbeschäftigungen wenigstens vorübergehend in den Hintergrund treten zu lassen. Bewusst wurden Inhalte gewählt, die sich nicht in den Alltag eines Jugendlichen einfügen und damit auch für die Zukunft als Highlight bestehen bleiben. An Wanderungen rund um Kriebstein, mit all dem Sehens- und Bestaunenswerten, Besichtigung erloschener Vulkangebiete um Rochlitz und der Besuch einer Ausstellung auf dem Rochlitzer Schloss wird sich Manuel hoffentlich lange erinnern. Badetage, Dromedare füttern und Spieleabende bilden dazu den geeigneten Gegenpol und bereiteten das vor, wofür im Alltag leider meist viel zu wenig Raum bleibt: lange Gespräche, Entspannung und die Ruhe, auch einfach mal nichts zu tun.
Ein großes Dankeschön an Zukunft für Kinder e.V. für Manuels letztes großes Highlight. Hoffentlich wird er viel davon in Erinnerung behalten…